Aston Villa?!


Unser Chairman Dirk Unschuld stellt Aston Villa kurz vor:

Man kann den Aston Villa Football Club ohne Zweifel zu den traditionsreichsten, berühmtesten, ältesten und auch erfolgreichsten Fußballclubs dieser Erde zählen. Ursprünglich nur gedacht um sich in der cricketfreien Zeit der Wintermonate fit zu halten, wurde der Verein von Mitgliedern des "Villa Cross Wesleyan Chapel Cricket Teams" in Aston, heute ein Stadtteil Birminghams - der zweitgrößten Stadt Großbritanniens, gegründet. Kurz darauf trug man schon das erste Spiel gegen das benachbarte Aston Brooke St. Mary's Rugby Team aus, wobei die 1. Halbzeit unter dem Regelwerk des Rugby und die 2. Halbzeit unter den sog. "Sheffield-Regeln", den heute noch gültigen Fußballregularien, stattfand. Nachdem der Schotte George Ramsay den methodistischen Hobbykickern aus Aston beibrachte wie man richtig Fußball spielt, ging der Weg des Vereins steil bergauf. Im Jahre 1888 wurde, durch Villa's Vorstandsmitglied William McGregor initiiert, in England die erste Fußball-Liga der Welt ins Leben gerufen. Bereits im Vorjahr, 1887, konnte man unter der Führung des legendären Kapitäns Archie Hunter durch einen 2:0-Sieg über Lokalrivale West Bromwich Albion, den seit 1871 ausgespielten FA Cup als erste Trophäe der Vereinsgeschichte gewinnen. 



"Trophy Hunters"
Mit Kapitän Archie Hunter (sitzend mit Ball) zum ersten großen Titel.
1887


Auch in der neu geschaffenen Football League, in der 12 Clubs gegeneinander antraten und für damalige Verhältnisse unter profihaften Bedingungen gespielt und gearbeitet wurde, stellten sich schnell Erfolge ein. Gleich in der ersten Saison wurde die Vizemeisterschaft errungen. Die 1890er Jahre sollten zum goldenen Jahrzehnt der "Villans" werden. Man dominierte Liga und Pokal fast nach Belieben. Unter Führung von Teamcaptain John Devey fielen in diese Zeit sage und schreibe fünf Meisterschaften (1893/94, 1895/96, 1896/97, 1898/99, 1899/00) und zwei Triumphe im FA Cup (1895, 1897). Besonders beachtenswert hierbei das "Double" von 1897. Während Villa im FA Cup Finale den FC Everton (damals noch im Crystal Palace) mit 3:2 bezwang, schlug der FC Bury zeitgleich, aber 370 km entfernt, Villa's ärgsten Ligakonkurrenten Derby County. Somit gewann Villa Meisterschaft UND FA Cup am selben Tag!!



"Double Day Dealers"
Villa dominiert im letzten Jahrzehnt der Regentschaft Queen Victorias.
1897
 

Die Phase Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts ist nach der Anzahl der gewonnenen Titel die bis zum heutigen Tag erfolgreichste der Vereinshistorie. In diese Zeit fiel auch noch der Titelgewinn 1909/10 sowie die Pokal-Erfolge 1905 und 1913. Nach dem 1. Weltkrieg schien sich die Erfolgsstory nahtlos fortzusetzen. 1920 behielt man im Endspiel des FA Cup gegen Huddersfield Town mit 1:0 die Oberhand. Von diesem Tag an sollte allerdings eine lange, titellose Zeit folgen, woran auch zwei Vizemeisterschaften und eine Pokalfinalteilnahme nichts ändern sollten. In der Saison 1930/31 erzielte Villa sagenhafte und bis heute in England unerreichte 128 Tore, wohl ein Rekord für die Ewigkeit!! Maßgeblich beteiligt hieran waren unter anderem Villa's Rekordtorschütze Billy Walker (244 Tore in seiner Karriere für die Villans!) und Tom "Pongo" Waring, welcher allein 49 Treffer (Vereinsrekord!) beisteuerte!



"For The Records"
Mit Billy Walker (hintere Reihe, ganz rechts) und Pongo Waring (2. Reihe, mitte) auf Rekordjagd.
1931


In der Saison 1935/36 dann ein Tiefpunkt: Der erste Abstieg war perfekt, doch schon 1937/38, nach 2 Jahren in der Zweitklassigkeit, stieg man wieder auf. Im Jahre 1938 machte Villa mit einer "Tournee" ins nationalsozialistische Deutschland von sich Reden. Die Auftritte des berühmten englischen Clubs lockten 110.000 Menschen ins Reichssportfeld nach Berlin, bzw. 70.000 ins Stuttgarter Stadion und 50.000 Besucher wurden beim Gastspiel in Düsseldorf gezählt. Villa spielte jeweils gegen deutsche Auswahlmannschaften, in denen zeitweilig auch 9 Österreicher vertreten waren. In Berlin und Stuttgart verließen die Villans mit 3:2, bzw. 2:1 als Sieger den Platz, verloren aber in Düsseldorf 0:1. Nach 37 titellosen Jahren wurde 1957 endlich wieder die Pokalsammlung bereichert. Im Endspiel des FA Cup setzten man sich mit 2:1 gegen die "Busby Babes" von Manchester United durch und holte den Cup zum 7. und bislang letzten Mal in den Villa Park.



"The Last Kiss"
Johnny Dixon ist bis dato der letzte Villa Captain, der den FA Cup in Empfang nehmen durfte.

1957


Leider gab dieses Erfolgserlebnis keinen "Push", im Gegenteil, 1958/59 musste zum 2. Mal die bittere Pille des Abstiegs geschluckt werden. Dieser wurde allerdings mit dem sofortigen Wiederaufstieg schnell korrigiert. 1960/61 wurde in England der Ligapokal eingeführt, ein Pokalwettbewerb ausschließlich für Mannschaften aus den  überregionalen Profiligen, dessen erster Sieger überhaupt Aston Villa im Jahre 1961 wurde. Heute qualifiziert sich der Sieger dieses "League Cups" übrigens für die Europa League, den ehemaligen UEFA-Cup. Den Ligapokal gewann Villa insgesamt 5 Mal, letztmalig 1996 nach einem 3:0-Erfolg über Leeds United in Wembley.



"New Cup - New Glory"
Die ersten Gewinner des neu eingeführten Ligapokals.
1961


Die schwärzeste Phase in der langen Geschichte der Villans begann 1966/67. Der dritte Abstieg sollte zugleich eine lange Abstinenz von der Erstklassigkeit bedeuten. Nach drei Jahren in der 2. Liga wurde der stolze Club aus den Midlands in die Drittklassigkeit "durchgereicht" und ein mühsamer Weg zurück begann. Von 1970/71 bis 1971/72 fristete man sein Dasein in der 3. Liga. Die Treue der Villa Fans hielt den Club am Leben, trotz der folgenden 3 Jahre in der 2. Liga. Die Zuschauerzahlen waren in dieser Zeit bei Villa oft höher als bei etlichen Erstligisten, was auch auf den Besucherschnitt zutraf. In der Saison 1974/75 dann endlich die Rückkehr in die 1. Liga. 1986/87 stieg Villa zum letzten Mal ab, realisierte aber glücklicherweise den direkten Wiederaufstieg. Die erfolgreichste Zeit des Clubs nach der legendären "Frühzeit" war Anfang der 1980er Jahre. Unter dem unvergessenen Trainer Ron Saunders wurde Aston Villa 1980/81 überraschend englischer Meister und setzte sich 1982 Europas Fußballkrone auf. Nachdem Tony Barton im Februar 1982 das Traineramt von Ron Saunders übernommen hatte, gelang Villa im Endspiel um den Europapokal der Landesmeister ein überraschender 1:0 Sieg über den klar favorisierten FC Bayern München. Unvergessen der Augenblick, bei dem der Pokal der heutigen Champions League von Villa Kapitän Dennis Mortimer in den Rotterdamer Nachthimmel gereckt wurde. Aston Villa ist damit neben Liverpool, Manchester United und Nottingham Forest, einer von "nur" vier englischen Clubs die bis heute diesen Wettbewerb gewinnen konnten.



"Kings Of Europe"
Gary Shaw und Peter Withe (verdeckt) "krönen" Tony Morley mit dem Europapokal.

1982


Zur Spielzeit 1992/93 wurde die "Premier League" als höchste Spielklasse Englands etabliert. Villa war und ist auch in dieser Klasse von Anfang an dabei und fester Bestandteil dieser attraktiven und interessanten Liga, in der man in der Premierensaison Vizemeister wurde. Auch im UEFA-Cup hat Aston Villa in seiner bewegten Geschichte gegen namhafte Mannschaften gespielt. Auch heute noch hat der Verein in und außerhalb Englands einen hohen Stellenwert und eine breite Fanbasis mit organisierten Supporters Clubs rund um den Erdball, besonders natürlich in England und Skandinavien. Mit einem beständigen Zuschauerschnitt zwischen 36.000 - 40.000 liegt man im oberen Drittel der Premier League. Größter Rivale für die Villa Fans ist zweifellos Stadtnachbar Birmingham City. Obwohl von den Erfolgen und der Tradition her kein Vergleich zu Villa, pflegt man den gegenseitigen "Hass". Jeder der mal bei einem Derby gegen die "Blues" dabei war, kann dies eindrucksvoll bestätigen. Weiterhin besteht eine nicht geringe Abneigung gegen das ebenfalls im Großraum Birmingham beheimatete West Bromwich Albion und das derzeit in der 2. Liga spielende Coventry City. Überregional ist vor allem Manchester United kein gerngesehener Gast der Villa Fans. Siege gegen die erwähnten Clubs sind für die zahlreichen Villa Supporter besondere Festtage. Seit 1897 bestreiten die Villans ihre Heimspiele im Villa Park, welcher im Laufe der Jahre manche sinnvolle oder auch unsinnige Umbaumaßnahme über sich ergehen lassen musste.







Im "Holte End" des Villa Parks, der berühmten Hintertortribüne, ist der harte und lautstarke Kern des Villa Supports anzutreffen. Viele Nationalspieler z.B. aus England, Irland, Schottland usw., usw. schnürten für den Birminghamer Stadteilclub die Fußballstiefel. Im Villa-Park träumt man seit Jahren von einer Rückkehr der großen Erfolge vergangener Tage. Dies ist aufgrund des Vorsprungs von Clubs wie Manchester United, Chelsea, Liverpool oder Arsenal natürlich nicht einfach. Villa ist eben ein launischer Club... In den letzten Jahren musste man sich mit Mittelmaß zufrieden geben. Mehr als UI-Cup war nicht drin, wenn man mal vom letzten FA Cup Finale im altehrwürdigen Wembleystadium im Jahre 2000 gegen Chelsea absieht, welches leider 0:1 verloren wurde...! 2008 gelang über den Umweg UI Cup endlich wieder die Qualifikation für den UEFA Cup. Nachdem der Verein viele Jahre lang vom teilweise umstrittenen Chairman Doug Ellis geführt wurde, übernahm 2006 der US-Milliardär Randy Lerner den Vorsitz der "Villans". Zeitgleich übernahm Martin O`Neill das Traineramt vom glücklosen David O'Leary und führte den Club aus den Niederungen der Tabelle in Europapokal-Regionen. Zu Beginn der letzten Saison überwarf sich O'Neill allerdings 5 Tage vor dem ersten Spiel mit Lerner und trat überraschend zurück. Mit Gerard Houllier konnte dann relativ kurzfristig ein wirklich namhafter Trainer verpflichtet werden. Nach einer turbulenten Saison, bei der man zeitweilig auch in akute Abstiegsgefahr geriet, musste der Franzose allerdings aus gesundheitlichen Gründen sein Traineramt bei Villa niederlegen. Nachfolger ist der bei vielen Fans umstrittene Schotte Alex McLeish, der in der abgelaufenen Saison mit Villas ärgstem Lokalrivalen Birmingham City zwar den Ligapokal gewann, dafür aber auch etwas überraschend mit den Blues aus der Premier League abstieg. Wir hoffen natürlich, dass der neue Manager erfolgreich für Aston Villa tätig sein wird...


Der neue Manager Alex McLeish

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